„Die Schönheit in einem Menschen zu sehen ist dann am nötigsten, wenn er auf eine Weise kommuniziert, die es am schwierigsten macht, sie zu sehen.“

Marshall Rosenberg

Mediation für alle

steht für die Idee, Mediation und Konfliktberatung allen zugänglich zu machen.

Auch Menschen mit kleinem Einkommen. 

„Mediation für alle“ unterstützt euch dabei, Wege aus kommunikativen Sackgassen zu finden. 

„Mediation für alle“ will Grenzen erweitern:
Grenzen finanzieller Mittel, aber auch Grenzen sozialer und kultureller Tradition.
Wir wollen bewusst Menschen auf Mediation hinweisen, die große Vorbehalte haben gegen „Psycho-Techniken“. Es geht uns nicht darum, Widersprüche zuzukleistern, sondern mit ihnen zu arbeiten.
Für uns verbindet sich Mediation mit dem Ziel gesellschaftlicher Transformation.

Unser Angebot

Wir bieten Mediation, Konfliktmoderation und Konfliktberatung an. Beides fußt auf einer allparteilichen Haltung, die davon ausgeht, dass Menschen ihr Leben selbstverantwortlich und eigenmächtig gestalten können (Lies hier mehr zu unserer Haltung).

Mediation

Die Mediation ist ein Prozess, in dem kein externes Urteil gefällt wird, sondern die Konfliktparteien selbst zusammen eine Lösung erarbeiten. 

Was ist Mediation?

Unter Mediation versteht man einen Vermittlungsprozess, bei dem die Mediator*in nicht selbst das Urteil fällt wie bei einer Schiedsstelle oder einer Friedensrichter*in, sondern die Konfliktparteien ihre Lösung selbst aushandeln.
Dafür begleitet sie ein*e Mediator*in durch mehrere Phasen.

Hier wird der Konflikt aus beiden Wahrnehmungen dargestellt, die Hintergründe erhellt und mögliche Lösungen erarbeitet werden.

Ziel ist eine Win-Win-Lösung.

Mediation ist eine Methode der gewaltfreien und konstruktiven Konfliktlösung. Sie stärkt Menschen in ihrer aktuellen Eigenverantwortung, Autonomie, Empathie und zukünftigen Konfliktkompetenz. Sie erleben, dass Konflikte nichts Schlimmes sein müssen und sie sie selber lösen können - ohne Sieger, Verlierer und faule Kompromisse.

Voraussetzung ist, dass die Mediand*innen freiwillig teilnehmen, den Konflikt angehen wollen und in der Lage sind, ihren Teil der Verantwortung zu übernehmen.

„Reibung erzeugt Wärme“

Das Schönste ist die Erfahrung, einen Streit gemeinsam durchgestanden zu haben, von der*dem Anderen verstanden worden zu sein und eine neue Ebene des Respekts füreinander und der Nähe zueinander gefunden zu haben.
Falls keine Lösung gefunden wird, hat man trotzdem ein tieferes Verständnis füreinander entwickelt und größere Klarheit über sich selbst und die Andere*n erreicht.

Zehn Eckpfeiler des Mediationsverfahrens:

  1. Freiwilligkeit: alle Teilnehmenden sind freiwillig und ohne Zwang da und haben jederzeit die Möglichkeit, ihre Teilnahme zu beenden.
  2. Inhaltsverantwortlichkeit: Die Lösung wird von den Konfliktparteien selbst im  Konsens erarbeitet, die Mediator*in unterstützt mit ihrer Kompetenz nur den Prozess und fällt kein Urteil. Ausnahme: sittenwidrige oder für die Mediator*in ethisch nicht vertretbare Lösungen sowie solche, die zu Lasten Dritter, am Verfahren Unbeteiligter gehen.*
  3. Allparteilichkeit: Die Mediator*in ist nicht nur neutral oder unparteiisch, sondern unterstützt aktiv alle Konfliktparteien gleichermaßen.
  4. Waffenstillstand: Während es Mediationsverfahrens ruhen alle anderen Auseinandersetzungen zwischen den Konfliktparteien (Gerichtsverfahren etc).
  5. Gesundheitlicher Zustand: Es kann sinnvoll sein, eine Mediation auszusetzen oder zu verschieben, solange eine der Mediand*innen in einer „heißen Phase“ einer psychotherapeutischer Behandlung ist, oder eine Suchterkrankung besteht, die die Verlässlichkeit und Verbindlichkeit der*des Süchtigen beeinträchtigt. Es ist auch sinnvoll, bei einer Sitzung nicht akut krank und geschwächt zu sein.
  6. Selbstfürsorge: Alle Beteiligten sorgen für ihr Wohlergehen. Einen Konflikt auszutragen ist anstrengend und kann auch an die Nieren gehen; ab wann es zuviel wird, kann nur jede*r selbst entscheiden und mitteilen. Die Mediator*in bemüht sich um Sensibilität und frühzeitige Unterstützung.
  7. Beendigung: eine Mediation kann jederzeit von allen Beteiligten, einschliesslich der Mediator*in, abgebrochen werden.
  8. Verbindlichkeit: die Mediationsvereinbarung ist verbindlich und rechtsgültig. Sie wird von allen Anwesenden unterschrieben. Es kann sinnvoll sein, einen Überprüfungstermin mit einigem Zeitabstand zu vereinbaren.
  9. Kosten: Die Kosten der Mediation tragen alle Konfliktparteien zu gleichen Teilen. Bei institutionellen Hierarchien zahlt der mächtigere Teil mehr oder alles. Bei „Mediation für Alle“ beteiligen sich alle Parteien an einem symbolischen Honorar.
  10. Ausnahmen: Mediation ist beweglich, flexibel und bedürfnisorientiert. Für Regeln kann es Ausnahmen geben, wenn dies zur Situation passt, von allen gewollt, gebilligt und für sinnvoll erachtet wird.

 

*Sittenwidrig sind laut Gesetz bestimmte Vereinbarungen wie z.B., dass ein*e Ehepartner*in bei der Scheidung auf alle Ansprüche verzichtet. Solche Lösungen haben vor dem Scheidungsgericht nicht Bestand und sind daher nicht anzuraten.
Moralisch nicht vertretbar sind für uns Lösungen, bei der eine Person weiterhin leidet, Gewalt erdulden muss oder auf ihre Menschenrechte verzichtet.
Eine Lösung zu Lasten Unbeteiligter ist ungültig, da diese Person nicht an ihr mitgearbeitet hat.

Konfliktberatung

In der Konfliktberatung unterstützen wir Einzelpersonen und Gruppen dabei, ihren Konflikt zu analysieren und sich selbst zu helfen. 

Was ist Konfliktberatung?

Unter Konfliktberatung verstehen wir die Unterstützung

  1. einer sich in einem Konflikt befindlichen Person oder
  2. einer Gruppe, die einen Konflikt gerne auf eigene Faust klären möchte und dafür nach Methoden, Tipps und Hinweisen sucht.

Gemeinsam erarbeiten wir die eigenen Positionen im Konflikt, sowie die Bedürfnisse, Wünsche und Ziele und suchen nach konkreten Schritten, diese in den Konflikt einzubringen.

Anders als in der Mediation geben wir hier auch mal Ratschläge, weisen auf Konfliktbewältigungs-strategien hin oder helfen bei der Analyse.

Ausgiebiges empathisches Zuhören, sich mal auskotzen und dafür Mitgefühl bekommen, kommt auch nicht zu kurz.
Das Wichtigste ist aber die „non-direktive“, also nicht lenkende, Gesprächsführung mit vielen offenen, erkenntnisbringenden Fragen.

Unsere Idee von Konfliktberatung schließt stets mit ein, die andere Partei auch zu würdigen – denn nach unserem Verständnis hat auch sie berechtigte Wünsche und Bedürfnisse.

Es geht uns nicht darum, Schuldige zu benennen und möglichst kluge Taktiken und Strategien zu finden, um den*die Andere*n „in die Pfanne zu hauen“, sondern darum, einen für die Klient*in hilfreichen Weg zu finden, die eigene Position im Konflikt besser erkennen und gestalten zu können.

Mögliche Themenfelder:


Freundschaft, Partnerschaft und Trennung

Nachbarschaftsstreits

Konflikte in Gruppen, Vereinen und politischen Initiativen, z. B. Wohnprojekte

Konflikte in Familien

Konflikte im Stadtteil und Bürgerbeteiligung

Unentgeltlich

Das Angebot ist unentgeltlich und richtet sich an Menschen, die wenig Einkommen haben (Selbsteinschätzung: Vertrauen ist besser als Kontrolle :-)).

Symbolisches Honorar

Ein symbolisches Honorar wird individuell ausgehandelt:

Das ist ein Ausdruck der Wertschätzung unserer Arbeit und soll erreichen, dass sich niemand als Bittsteller*in sondern als Auftraggeber*in auf Augenhöhe empfindet.

Verschiedene Modelle sind denkbar. Allen gemeinsam ist unsere Devise: „Wer viel hat, soll viel geben. Wer wenig hat, gibt was er*sie kann. Wer nix hat, kann was tun.“

Stunde gegen Stunde: die Mediand*innen geben pro Stunde Mediation so viel, wie sie selbst pro Stunde verdienen

Gemeinnützige Arbeit bei einem sozialen Projekt

Leistungstausch: Die Mediand*innen bieten eine Gegenleistung an

Ein Wort zur Konkurrenz: Wir möchten ausdrücklich keine Billig-Konkurrenz zu unseren Kolleg*innen sein – deswegen richten wir uns an Menschen, die sich eine voll zu bezahlende Mediation nicht leisten könnten und sie daher ohnehin nicht in Anspruch nehmen würden. 

Wir denken, dass alle – die Gesellschaft, die Mediator*innen und die Mediand*innen – davon profitieren, wenn konstruktive Konfliktlösung fester in unserer Kultur verankert wird. Und dafür muss sie für alle zugänglich und als Möglichkeit bekannt sein. Auch dazu möchten wir beitragen.

Über uns

Unsere Qualifikationen umfassen Mediation, Gewaltfreie Kommunikation, Supervision, Moderation, Systemische Beratung, Themenzentrierte Interaktion, dazu Fachwissen u.a. in Sozialer Arbeit.

Unsere Gründerin und Initiatorin unterstützt uns noch wo sie kann – auch wenn sie selbst aktuell nicht mehr aktiv dabei ist: Theresa Bullmann hat mit der Gruppe Mediation für alle eine Vision umgesetzt. Die Vision, dass Mediationen allen zugänglich sein sollen und somit zu einer friedlicheren Welt beigetragen werden kann. 

Jutta Manecke

Mediatorin BM®, TZI-Gruppenleiterin, Supervisorin
im Nonprofit-Bereich, auch autonomen Projekten; war 15 Jahre lang Dozentin in der Mediationsausbildung des Friedensbildungswerks Köln und ist jetzt im Ruhestand

Patrick Opwis

Mediator und Bauarbeiter
arbeitet seit 20 Jahren in selbstverwalteten Betrieben

Lena Weigel

Mediatorin und Erwachsenenbildnerin
Fortbildungen / Trainings / Beratung für pädagogische Fachkräfte, Schwerpunkte: machtsensible Bildungsarbeit, Empowerment

Tizia Macia

zertifizierte Mediator*in und Wirtschaftswissenschaftler*in

interessiert an allem, das sich mit der Verbindung zwischen Menschen und der mit sich selbst beschäftigt: Meditation, Yoga, Kommunikationshacks, Coaching, Radikale Therapie etc.

Jürgen Rahn

Mediator und systemischer Coach
arbeitet selbstständig als Coach und Changemanager. Er kommt aus der freien Wirtschaft, Organisationsentwicklung und Systemik sind sein Spezialgebiet.